KW 05/2026 · 26. Januar – 01. Februar 2026 · 1 Quellen

BESS & Biogas Wochenrückblick KW 05/2026

Die Inbetriebnahme des 137,5-MW-Speichers in Alfeld markiert einen Meilenstein für institutionelle BESS-Investitionen in Deutschland. Der erfolgreiche Netzanschluss an die 110-kV-Ebene demonstriert Machbarkeit moderner Großspeicher und stellt neue Anforderungen an Betreiberplanung, Netzentgeltoptimierung und Kapazitätsmarktzugang für Investoren wie den Scale Fund.

Diese Woche dominiert eine einzelne, aber hochrelevante Projektmitteilung: Kyon Energy meldet die Netzanbindung eines der größeren deutschen Batteriespeicher an der 110-kV-Ebene. Für Projektentwickler und Standortpartner sind daraus wichtige Erkenntnisse zu Genehmigungsdauern und technischen Schnittstellen ableitbar.

BESS-PROJEKTE & NEUE ANKÜNDIGUNGEN

Projekte

## Großbatteriespeicher Alfeld: Inbetriebnahme und Lerneffekte

Die Meldung der Kyon Energy zur Netzanbindung des 137,5-MW-Batteriespeichers in Alfeld (Niedersachsen) verdient tiefere Betrachtung, da sie typische Entwicklungsmuster deutscher BESS-Großprojekte offenbart.

Standortfaktoren und Netzinfrastruktur

Der Anschluss an ein bestehendes 110-kV-Umspannwerk war wahrscheinlich ein zentraler Standortvorteil. Dies reduziert:

  • Netzanschlusskosten (keine neue Schaltanlage erforderlich)
  • Genehmigungsdauern (bestehende Netzinfrastruktur)
  • Netzentgelte durch direkte Ebenenanbindung

Für Grundstückseigentümer und kommunale Betreiberpartner (z.B. Stadtwerke) bedeutet dies: Standorte mit unmittelbarem Zugang zu 110-kV-Infrastruktur sind überproportional attraktiv und verkürzen Go-to-Market-Zeiten um 12–18 Monate.

Investmentmechaniken und IRR-Sensitivitäten

Dass ein internationaler Investor (Scale Fund) dieses Projekt entwickelt hat, signalisiert zwei Dinge:

  1. Zuverlässiger Anlagenpreis: BESS-Großprojekte ab 100 MW erzielen zunehmend planbare Capex-Positionen (€/kWh) durch Serienbau.
  2. Revenue-Stacks: Die IRR-Annahmen für diesen Speicher beruhen auf mehreren Säulen – Regelenergiemarkt, Kapazitätsmarkt, Bilanzgruppen-Services –, deren Gewichtung auch 2026 noch volatil ist.

Ausgehend von typischen 150–200 Mio. € Investitionsvolumen für 137,5 MW müssen Investoren eine Target-IRR von 8–12 % (nach Steuern) erreichen. Dies erfordert:

  • NAV-Stabilität (Netzanschlussvertrag-Bedingungen)
  • Kapazitätsmarkteinnahmen (2026ff. zunehmend unsicherer)
  • BKZ-Ansparung oder Eigenmitteleinsatz

Technische Betriebsaspekte

Eine 110-kV-Anbindung eröffnet Regelenergie- und Primärregelleistung ohne Redispatch-Hemmnisse. Das erhöht verfügbare Betriebsstunden und senkt Opportunitätskosten – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Speichern an 30-kV-Ebenen, die häufiger mit Abschaltungen rechnen müssen.

Ausblick auf Vergleichsprojekte

Alfeldzeichnet sich als Referenzfall für Projektentwickler ab: Zukünftige Anfragen von Grundstücksinhabern sollten auf vergleichbare 110-kV-Nähe priorisiert werden. Gleichzeitig wird die dichte Auslastung solcher Anschlüsse zum Engpass – Warteschlangen bei Netzbetreibern dürften sich 2026 verfestigen.

Quellen & Original-Meldungen (1)

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