Peak Shaving – Lastspitzen kappen, Netzentgelte senken

Peak Shaving (Lastspitzenkappung) reduziert die teuersten Leistungs­spitzen eines Unternehmens mit einem Batteriespeicher. Das senkt den Leistungs­preis im Netzentgelt um typischerweise 80 bis 180 € pro kW pro Jahr – bei großen Industrie­standorten ein sechsstelliger Betrag. INSTROM dimensioniert und entwickelt Peak-Shaving-Speicher schlüssel­fertig; Finanzierung und Betrieb übernehmen unsere Investoren.

⚠

Regulatorischer Hinweis: AgNes-Reform der Bundesnetzagentur (ab ca. 2028–2030)

Die Bundesnetzagentur plant im Rahmen des AgNes-Reformprozesses, den bisherigen Leistungspreis für Großverbraucher (> 100.000 kWh/Jahr) durch ein neues Kapazitätsmodell zu ersetzen: Statt eines fixen €/kW-Jahrestarifs auf die Jahreshöchstlast tritt ein Kapazitätspreis (€/kW/Jahr) zuzüglich Arbeitspreisaufschlag bei Überschreitung der bestellten Kapazität. Das klassische Peak-Shaving zur Senkung des Leistungspreises wird damit für viele Standorte an Bedeutung verlieren.

Die Reform schafft gleichzeitig einen neuen wirtschaftlichen Hebel: Großverbraucher können Strom bei sehr niedrigen Spotmarktpreisen (negative oder nahezu null €/MWh-Phasen) flexibel beziehen – ohne dass dabei ein Leistungspreisrisiko entsteht. Eine Batterie optimiert dann primär die Arbitrage zwischen günstigen Ladezeitfenstern und teuren Bezugsstunden.

Die genaue Ausgestaltung für industrielle Verbraucher soll Anfang 2027 entschieden werden; Ergebnisse laufender Pilotprojekte (bis Ende 2026) fließen ein. Bestandskunden der Bandlast-Regelung sind bis 31. Dezember 2031 geschützt. Quelle: BNetzA

Für Bestandsprojekte und laufende Verträge gilt die aktuelle Netzentgeltsystematik – eine Speicheranlage, die heute wirtschaftlich ist, bleibt es auch unter der Übergangsregelung. Unsere Wirtschaftlichkeitsmodelle berücksichtigen beide Szenarien.

Was ist Peak Shaving?

Peak Shaving bedeutet, kurzzeitige Last­spitzen mit einer Speicher­batterie abzufedern, statt sie aus dem Netz zu beziehen. Der Bezug aus dem öffentlichen Netz wird so auf einem definierten Maximum gedeckelt – die Differenz liefert der Speicher. Im Englischen heißt das auch Demand Charge Management.

Der wirtschaftliche Hebel liegt in der deutschen Netzentgelt-Systematik: Großverbraucher zahlen einen Leistungs­preis auf die jeweils höchste 15-Minuten-Spitze des Jahres. Wer eine einzige Lastspitze um 100 kW senkt, spart oft 10.000 bis 18.000 € pro Jahr – und das bei einer einzigen vermiedenen Viertel­stunde.

Wie funktioniert Peak Shaving technisch?

Ein Energie­management­system (EMS) misst kontinuierlich die aktuelle Last und vergleicht sie mit dem definierten Schwellwert. Steigt die Last über die Schwelle, springt der Speicher als zusätzliche Quelle ein. In Schwach­last­zeiten lädt er sich aus dem Netz oder aus einer eigenen PV-Anlage wieder auf.

Die Dimensionierung erfolgt anhand von 15-Minuten-Lastgang­daten der letzten 12 Monate. Faustregel: Speicher­leistung in kW deckt die typische Spitzen­höhe, Energie in kWh deckt die Spitzen­dauer mit Sicherheitsmarge.

Wirtschaftlichkeit: Was lässt sich wirklich einsparen?

Der Leistungs­preis variiert je Netz­betreiber zwischen rund 80 und 180 € pro kW pro Jahr. Ein typisches Beispiel:

  • Industrie­standort mit 1,2 MW Spitzenlast und Leistungs­preis 140 €/kW
  • Speicher kappt zuverlässig 250 kW Spitzenlast
  • Einsparung: 250 × 140 = 35.000 € pro Jahr – allein aus Peak Shaving
  • Plus zusätzliche Erlöse aus PV-Eigenverbrauch und Spotmarkt

Der ROI liegt bei sauber dimensionierten Anlagen typischerweise bei 6 bis 10 Jahren – bei Förderung oder Pacht­modell deutlich darunter.

Peak Shaving + Eigenverbrauch + Arbitrage: Multi-Use

Ein Peak-Shaving-Speicher steht 90 % des Jahres ungenutzt – außer er wird im Multi-Use-Betrieb gefahren. Das EMS priorisiert dann:

  1. Spitzenlast-Schwelle einhalten (oberste Priorität)
  2. PV-Eigenverbrauch maximieren
  3. Spotmarkt-Arbitrage (laden bei billig, entladen bei teuer)
  4. Optional: Regelleistung / Redispatch

Damit verdoppelt sich die Wirtschaftlichkeit oft – ohne dass die Peak-Shaving-Funktion kompromittiert wird.

Batteriebetrieb ab 2030: Flexibilität statt Lastspitzenkappung

Mit dem Inkrafttreten der AgNes-Neuregelung verschiebt sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Batteriespeichers grundlegend. Anstatt wenige Jahresspitzen zu kappen, optimiert die Batterie künftig den Energiebezug entlang des Day-Ahead-Spotpreises:

  • Laden bei negativen oder sehr niedrigen Preisen – typisch in sonnen- und windreichen Stunden (oft 0–30 €/MWh). Die abgeschaffte Leistungspreissystematik bedeutet: kein Risiko mehr durch kurzfristigen Mehrverbrauch.
  • Entladen in Hochpreisstunden – Abend-Peak oder Dunkelflauten (80–200 €/MWh). Die Spread-Marge deckt Kapitaldienst und Betrieb.
  • Kapazitätsbandmanagement – Überschreitung der bestellten Kapazität (neuer Arbeitspreisaufschlag) wird durch die Batterie gezielt gepuffert, was den Aufschlag minimiert.
  • Intraday- und Regelleistungserlöse – kurzfristige Handelsfenster werden bei mehr Preisvolatilität attraktiver.

Unsere Wirtschaftlichkeitsmodelle simulieren beide Welten: das heutige Leistungspreisregime und das künftige kapazitätsbasierte Modell. Der Batterie-Planer berechnet den optimalen Speicher für Ihr Lastprofil bereits unter Berücksichtigung von Arbitrage- und Handelserlösen – die Grundlage für eine zukunftssichere Investitionsentscheidung.

Wann lohnt sich Peak Shaving?

  • ✓Lastspitzen über 100 kW und Leistungs­preis im Netzentgelt (aktuelles Modell)
  • ✓Mindestens 7.000 Benutzungs­stunden pro Jahr (Stichwort §19 StromNEV)
  • ✓Schwankendes Lastprofil mit klar erkennbaren Spitzen
  • ✓Industrie, Logistik, Kühlhäuser, Rechenzentren, Galvanik, Walzwerke
  • ✓Ab ca. 2028–2030 (AgNes-Reform): Großverbraucher mit hohem Anteil steuerbarer Last und Interesse an Spotmarktflexibilität

Häufige Fragen

Ab welcher Lastspitze lohnt sich Peak Shaving?▾

Wirtschaftlich interessant wird Peak Shaving meist ab 100 kW vermeidbarer Spitzenlast. Bei höheren Leistungs­preisen (>120 €/kW) und stark schwankenden Profilen rechnet sich die Investition auch bei kleineren Spitzen.

Was ist der Unterschied zwischen Peak Shaving und Lastmanagement?▾

Lastmanagement (Demand Side Management) verschiebt Verbraucher zeitlich, ohne deren Energie­bedarf zu decken. Peak Shaving ergänzt das Lastmanagement durch eine zusätzliche Energie­quelle (Batterie­speicher), die genau in der Spitze einspeist.

Werden Lastspitzen durch Peak Shaving zuverlässig vermieden?▾

Ja, sofern der Speicher korrekt dimensioniert ist und das EMS robust arbeitet. Übliche Verfügbarkeits­zusagen liegen bei 98–99 %. Eine fehlende Spitzen­vermeidung in einer einzigen Viertel­stunde des Jahres setzt jedoch den Leistungs­preis hoch – die Auslegung muss daher Reserve haben.

Reduziert Peak Shaving auch §19-Privilegierung?▾

Bei der atypischen Netznutzung nach §19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV kann ein Speicher die Höchstlast­zeiten gezielt vermeiden. Das ist anspruchsvoll, weil die Höchstlast­zeitfenster netzbetreiber­spezifisch sind. Wir prüfen das im Standortcheck.

Wie wirkt sich Peak Shaving auf die Lebensdauer der Batterie aus?▾

Reines Peak Shaving belastet den Speicher gering (wenige Zyklen pro Tag). Im Multi-Use-Betrieb steigen die Zyklen, dafür auch die Erlöse. LFP-Zellen sind für 6.000+ Vollzyklen ausgelegt.

Was bedeutet die AgNes-Reform für meinen Batteriespeicher?▾

Die Bundesnetzagentur plant, den Leistungspreis für Großverbraucher (>100.000 kWh/Jahr) durch ein Kapazitätsmodell zu ersetzen. Das klassische Peak Shaving verliert damit Teile seiner Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig wird Spotmarkt-Arbitrage (Laden bei niedrigen Preisen, Entladen bei teuren Stunden) deutlich attraktiver. Eine Batterie bleibt wirtschaftlich – mit angepasster Betriebsstrategie. Bestehende Anlagen profitieren von der Übergangsregelung bis mindestens Ende 2031.

Lohnt sich heute noch eine Peak-Shaving-Anlage, wenn die Reform kommt?▾

Ja. Erstens gilt die heutige Leistungspreissystematik noch mehrere Jahre. Zweitens sind Batterien, die heute für Peak Shaving ausgelegt werden, dieselben Systeme, die ab 2028–2030 für Spotmarktarbitrage genutzt werden – die Hardware ist universell. Entscheidend ist eine flexible EMS-Software. INSTROM plant Anlagen von Beginn an multi-use-fähig.

Lassen Sie Ihren Standort prüfen

Wir analysieren Netzanschluss, Lastgang und Wirtschaftlichkeit – kostenfrei und unverbindlich.

Standortcheck anfordern