Co-Location PV + Batteriespeicher – Mehrerlös für Solarparks ab 2025

Spotmarktpreise zur PV-Mittagsspitze sind 2024 vielfach negativ geworden – die Cannibalization frisst die Erträge ungeförderter und PPA-vermarkteter Solarparks auf. Co-Location mit einem Batteriespeicher (BESS) am gleichen Netzanschluss verschiebt PV-Strom in Hochpreisstunden, vermarktet zusätzlich Arbitrage und Regelleistung – und kann den Anschluss überbauen, statt ihn zu erweitern. INSTROM entwickelt PV+BESS-Hybride schlüsselfertig; Finanzierung und Betrieb übernehmen unsere Investoren.

Was bedeutet PV-BESS Co-Location?

Co-Location bezeichnet den Betrieb von Solarpark und Batteriespeicher am gemeinsamen Netzanschluss. Die Kopplung erfolgt entweder:

  • AC-gekoppelt – Speicher hat eigenen Wechselrichter, einfacher nachrüstbar, geringerer Ertrag durch zwei Wandlerverluste.
  • DC-gekoppelt – Speicher liegt vor dem PV-Wechselrichter, höherer Roundtrip-Wirkungsgrad (~92 % statt ~88 %), niedrigere CAPEX, jedoch nur bei Neubau ökonomisch sinnvoll.

Wirtschaftlich entscheidend ist nicht die Kopplung selbst, sondern die gemeinsame Netzanschlussüberbauung: Speicher und PV teilen sich die Anschlussleistung, sodass ein 10-MW-Anschluss z. B. 15-MWp PV plus 5-MW-BESS bedienen kann.

Wirtschaftlichkeit – die vier Erlösströme

ErlösstromMechanismusGrößenordnung 2025
Anti-CannibalizationPV-Strom in Hochpreisfenster verschieben+15–35 €/MWh PV-Erlös
ArbitrageNetz-Strom günstig laden, teuer entladen60–110 €/kW/Jahr
Regelleistung (FCR/aFRR)Sekundärreserve, Präqualifikation nötig30–80 €/kW/Jahr
AnschlussüberbauungVermeidung von Netzausbau- & Anschlusskosten100–500 k€ einmalig

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Anti-Cannibalization – das Hauptargument 2025

In Stunden mit hoher Solareinspeisung (Mai-September, 10:00–15:00) sind Spotpreise 2024 wiederholt unter 0 €/MWh gefallen – an einzelnen Tagen über 8 Stunden mit negativen Preisen. Das EEG zahlt seit 1. Januar 2024 bei mehr als 3 zusammenhängenden negativen Stunden keine Marktprämie mehr. Folgen für Solarparks:

  • geförderte Anlagen verlieren Marktprämie
  • PPA-vermarktete Anlagen müssen ggf. drosseln
  • Direktvermarkter realisieren immer geringere Capture-Rates (PV ~75 % des Base-Preises in 2024)

Ein Co-Location-Speicher (Größenordnung 1,5–2 Stunden bei Anschlussleistung) lädt in negativen Stunden, entlädt abends in Hochpreisfenster (typ. 18:00–21:00) und hebt damit den effektiven PV-Erlös um 15–35 €/MWh – bei einem 20-MWp-Park mit 22 GWh/Jahr also 330 k€ bis 770 k€ jährlich.

Genehmigung & Netzanschluss

Co-Location-Projekte unterliegen denselben Regelwerken wie Standalone-BESS, mit Sonderregeln für PV-Speicher-Hybride:

  • VDE-AR-N 4110 / 4120 für MS- und HS-Anschluss
  • Konformitätsnachweis nach TR8 für Wechselrichter
  • Speicherprivileg (§118 Abs. 6 EnWG) – 20 Jahre keine Doppel-Netzentgelte für eingespeicherten Strom
  • Marktstammdatenregister – getrennte Registrierung von PV und BESS
  • EEG-Anerkennung – AC-gekoppelte Speicher sind unkritisch; bei DC-Kopplung muss die Trennung des Netzbezugsstroms vom geförderten PV-Strom messtechnisch nachgewiesen werden

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Sizing-Faustregeln 2025

  • BESS-Power = 25–40 % der PV-Power (DC Mp)
  • BESS-Energie = 1,5–2 h der BESS-Power (typ. C = 0,5)
  • Anschlussüberbauung 130–160 % der PV-Power (Curtailment < 3 %)

Beispielprojekt: 15 MWp PV, 5-MW/10-MWh BESS, 10-MW-Anschluss. Gesamt-CAPEX ~16,5 Mio. €, IRR über 20 Jahre 9–14 % je nach Marktszenario.

Wann lohnt sich eine PV-BESS Co-Location?

  • ✓Bestehender oder geplanter Solarpark > 5 MWp
  • ✓Negative Preisstunden im Lastgang (in 2024 > 200 h)
  • ✓Anschlusskapazität limitiert oder Erweiterung teuer
  • ✓PPA- oder ungeförderte Direktvermarktung
  • ✓EEG-Anerkennungsfähig (AC-Kopplung) oder neu zu bauen
  • ✓Standort sicher für > 15 Jahre

Häufige Fragen

Was ist Co-Location PV BESS?▾

Co-Location bezeichnet die Kombination eines Solarparks mit einem Batteriespeicher am gemeinsamen Netzanschluss. Ziel ist es, PV-Strom in Hochpreisfenster zu verschieben (Anti-Cannibalization), zusätzlich Arbitrage und Regelleistung zu vermarkten und den Netzanschluss zu überbauen.

AC- oder DC-Kopplung – was ist besser?▾

AC-Kopplung ist einfacher nachrüstbar und EEG-rechtlich unkritisch, DC-Kopplung hat ~4 Prozentpunkte besseren Roundtrip-Wirkungsgrad und niedrigere CAPEX. Bei Neubau lohnt DC-Kopplung in der Regel; bei Bestandsparks ist AC-Kopplung Standard.

Wie groß sollte ein Co-Location-Speicher sein?▾

Faustregel: BESS-Leistung 25–40 % der PV-Leistung, BESS-Energie 1,5–2 Stunden bei dieser Leistung. Bei 15-MWp PV also 5-MW/10-MWh-Speicher. Den exakten Wert für Ihr Profil und Ihre Anschlussleistung berechnet der INSTROM Batterie-Planer.

Verliere ich die EEG-Förderung mit Co-Location?▾

Bei AC-Kopplung nein – PV und BESS sind elektrisch entkoppelt, nur der PV-Strom geht in die EEG-Bilanz. Bei DC-Kopplung muss der eingespeicherte Strom messtechnisch dem PV-Erzeuger zugeordnet werden, was über zertifizierte EMS-Lösungen Standard ist.

Was ist Anschlussüberbauung?▾

Da PV und BESS selten gleichzeitig die volle Leistung an den Netzanschluss abgeben, kann die Summe der DC-Leistungen größer als der Anschluss sein. Bei einem 10-MW-Anschluss sind 15-MWp PV und 5-MW BESS möglich – das spart 100–500 k€ an Netzausbaukosten.

Wie lange dauert der Bau einer Co-Location-Anlage?▾

MS-Anschluss-Speicher 9–14 Monate, HS-Anschluss-Speicher 14–24 Monate. Engpass ist meist die Genehmigung beim Verteilnetzbetreiber sowie die Lieferzeit der MS-Schaltanlage.

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